Bäriger Fasching
Welches Kostüm trägt der kleine Bär im Fasching? Tja, liegt wohl auf der Hand bzw. in der Natur der Sache.
Abwarten und Tee trinken
Was isst ein Kind wenn es krank ist? Nix, nix, nix. Seit fünf Tagen flößen wir dem kleinsten Bären mühsam und löffelweise Hühnersuppe und Rinderbrühe ein. “Nudl, neiiiinnnnn!” “Nödl, neiiinnnnn!” Also Suppe pur. Ohne Nudel und Knödel. Der Feinschmecker, der sonst Karotten und jedes Grünzeug in der Suppe liebt, verachtet zur Zeit jedes noch so fuzzikleine Bröserl, windet sich beim Anblick von Petersilie oder Schnittlauch und simuliert dabei einen halben Herzinfarkt.
Da feine rote Zimt-Preiselbeeren im gesunden Zustand des kleinen Bären Ketchup ist, bieten wir ihm die süß-bitteren Beeren drei Mal am Tag an. Zum geschabten Apfel, zum Semmelknödel und zum Joghurt. Keine Chance. Geht nicht über seine Lippen.
Hand aufs Herz: Da Julius sämtliches Essen verweigert, haben wir ihm schon Geleezuckerl (gaaaanz bunte) angeboten, richtiges KETCHUP zum Essen und sogar den klebrig süßen Obstgarten, statt eines cremigen, natürlichen Schafjoghurts. Der Erfolg war der gleiche. Nix. Was Julius macht? Abwarten, und Tee trinken.
Sprechen Sie JULIANISCH?
Julianisch hat nix mit Latein, einem Kalender oder Julius Cäsar zu tun, sondern mit der Sprache unseres Sohnes Julius. Die ist, zugegeben nicht immer ganz zu verstehen.

Hier die Übersetzung im Bereich der Kulinarik:
Mmmmhhh Schmeckt gut!
Wäh Igittigitt, sofort weg damit!
Ja, jaaaa Ich will mehr!
Mamamamam Jetzt gibt es, glaub’ ich was zu essen
Nül Nudel
Kisot Risotto (“nich Kisot” heißt dementsprechend “Heute kein Risotto”)
Babababa Ich esse nur mit meiner Barbapapa-Gabel
Patzzzzz Da ist was auf den Boden gefallen (“Patzzzzzzz Babababa” – die Gabel liegt auf dem Boden)
Tä-Ti Der Teddy mag auch was essen (“Tä-Ti wäh” – der Teddy hat doch glatt in die Hose gemacht)
Bi-Te Bitte raus! (Aus dem Hochstuhl)
R, A, U, SSSS Raus, sofort! (Aus dem Hochstuhl)
Pepi Papa Seppi hat gekocht
Das kommt nicht in die Tüte
Zugegeben, ist es einigen Bekannten von uns peinlich, wenn sie den jungen Bären und mich auf der Straße treffen. Das hat wohl mit den knisternden McDonalds-Tüten in deren Händen zu tun. Dann kommt das Gespräch, das kommen muss: „Jaja, wartet nur bis euer Sohn Julius größer ist. Dann könnt ihr auch nicht anders.“ Oder: „Wir haben immer gesagt: Niemals! Aber die Kinder wollen einfach nur Junkfood.” Tja. Daraufhin hat eine der bekannten Damen unserem Julius ein Pommes Frittes gegeben. Ohne uns zu fragen. Ich war so stolz auf mein Kind, als es laut “Nein” brüllte und das pappige Kartoffelzeug ausspuckte.








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